31.07.2018

Sicher mit dem Gabelstapler umgehen Zehn Tipps, um das Unfallrisiko im Lager zu minimieren

Lager gleichen oft einem Labyrinth. Schmale und verzweigte Gänge führen durch die riesigen Hallen. Hinter jeder Ecke kann ein Hindernis oder ein Mitarbeiter auftauchen. Für Gabelstaplerfahrer heißt es deswegen: höchste Konzentration. Denn immer wieder kommt es in der Intralogistik zu Unfällen, bei denen Gabelstapler beteiligt sind. Die Folgen: schwere oder sogar tödliche Verletzungen. Um die Arbeitssicherheit im Lager zu erhöhen, haben wir zehn Tipps für Sie zusammengestellt.

Nr. 1: Eine fundierte Ausbildung ist das A und O

Ein Gabelstapler ist kein Spielzeug. Um das Fahrzeug richtig zu bedienen, ist eine spezielle Ausbildung vonnöten. Nur Personen, die im Besitz eines Staplerführerscheins sind, dürfen auch hinters Steuer. Die unbefugte Nutzung verhindert zum Beispiel unser Flottenmanagementsystem ELOfleet. Das System ermöglicht eine elektronische Zugangskontrolle und Fahrzeugadministration. Zudem gibt es Aufschluss über die Einsatzintensität von Flurförderfahrzeugen.

Allerdings ist zu beachten, dass es mit der Ausbildung allein nicht getan ist. Die Teilnahme an regelmäßigen Schulungen, vor allem in Bezug auf die Sicherheit und den Umgang mit Assistenzsystemen, erhöhen das Gefahrenbewusstsein im laufenden Betrieb. In unserem After-Sales-Service bieten wir unter anderem ein umfassendes Weiterbildungsprogramm: Neben Einzelschulungen zu unserer Produktpalette bilden wir auch Mitarbeiter unserer Kunden zu Trainern aus, die dann ihr Wissen intern weitergeben.

Nr. 2: Tägliche Checks vor der Schicht

Bevor der Gabelstapler gestartet wird, sollte immer eine gründliche Inspektion durchgeführt werden – einschließlich der vorgeschriebenen Sicherheitsprüfung. So ist gewährleistet, dass das Flurförderfahrzeug in einem einwandfreien Zustand ist. Bei Problemen ist der Schichtleiter der richtige Ansprechpartner. Fehlerhafte Stapler sollten gesichert und unverzüglich aus dem Betrieb genommen werden, um eine versehentliche Nutzung zu verhindern.

Nr. 3: Routen vorausschauend planen

Lagergänge sind meist schmal und schwierig einsehbar. Daher sollten sich Staplerfahrer im Vorfeld einen Streckenplan erstellen und mögliche Gefahrenquellen einkalkulieren. Welche Hindernisse – Gegenstände oder Personen – könnten sich einem in den Weg stellen? Gibt es Unterschiede bei den Überkopfabständen? Wie ist der Zustand von Brückenplatten und Laderampen? Beim Rangieren an problematischen Stellen wie Rampen, Bahngleisen oder Aufzügen ist Fingerspitzengefühl gefragt. Es gilt: Der einfache Weg ist immer der beste. Routen, die Beulen, Löcher, eine feuchte Fahrbahn oder scharfe Kurven beinhalten, sind tunlichst zu vermeiden.

Hilfreich hierbei ist ELOprotect. Unser mobiles und arbeitsrechtlich anerkanntes Personenschutzsystem ist vor allem für den Staplereinsatz im Schmalgang konzipiert. Direkt am Flurförderfahrzeug montiert, überwacht das System per intelligenter Lasertechnik den Fahrbereich. Wenn eine Gefahr erkannt wird, verringert sich die Geschwindigkeit automatisch oder bringt das Fahrzeug zum kompletten Stillstand. Für maximale Sicherheit beim Einsatz frei fahrender Gabelstapler haben wir ELOshield entwickelt. Als innovatives Schutzschild bietet das Fahrerassistenzsystem für Lagermitarbeiter 360 Grad Schutz.

Nr. 4: Ladungsstabilität: immer im Gleichgewicht bleiben

Die Beförderung von Lasten kann für den Fahrer schnell zum Verhängnis werden. Wichtig ist, die Ladung im Vorfeld auf ihre Stabilität zu prüfen. Beim Aufnehmen sollte die Last direkt am Gabelrücken anliegen. Bevor es losgeht, ist unbedingt die Ladung zu sichern. Abruptes Lenken und Bremsen während der Fahrt sollte vermieden werden.

Rampen stellen eine besondere Herausforderung dar: Die zu befördernde Last sollte hier höher als die des Staplers sein. Bei Aufwärtsfahrten sollte die Ladung in Fahrtrichtung vorn und bei Abwärtsfahrten in Fahrtrichtung hinten sein. Das Fahrerhaus darf bei angehobener Last nicht verlassen werden.

Nr. 5: Staplerkapazität kennen

Jeder Fahrer sollte die maximale Tragfähigkeit seines Gabelstaplers kennen. So beugt er Überlastungen vor. Sobald die Last zu groß ist, kippt das Fahrzeug nach vorne oder zur Seite. Wenn dieser Fall eintritt, gilt: Ruhig bleiben und das Fahrzeug nicht verlassen. Eine entscheidende Rolle in diesem Zusammenhang spielt ein niedriger Lastschwerpunkt. Je höher eine Ladung anhoben wird, desto instabiler wird der Stapler. Deswegen sind Kurven langsam und im großen Bogen zu nehmen.

Nr. 6: Sehen und gesehen werden

Klare Sicht nach vorn muss beim Staplerfahren gewährleistet sein. Daher sollte die Last nah am Boden transportiert werden. Bei eingeschränkter Sicht empfiehlt es sich, rückwärts zu fahren – natürlich langsam und mit Schulterblick. Personen auf der Fahrbahn sind immer ein schwierig kalkulierbares Risiko. Hier muss der Staplerfahrer ständig in Alarmbereitschaft sein. Das gilt insbesondere in Bereichen mit hohem Fußgängerverkehr, Kreuzungen, Ecken, Treppen, Türen und Ausgängen. Um auf Nummer Sicher zu gehen, sollte der Fahrer an diesen Stellen mit der Hupe auf sich aufmerksam machen. Für Lager mit vielen schlecht einsehbaren Gefahrenbereichen wie Treppen, Türen oder Ausgängen bieten die Funktionen von ELOshield den bestmöglichen Schutz.

Nr. 7: Sicher statt schnell ans Ziel kommen

Die Höchstgeschwindigkeit eines Gabelstaplers kann bis zu 40 km/h betragen. Das ist ungefähr so schnell wie ein Roller. Doch lautet hier die Devise: Lieber sicher, statt schnell ans Ziel zu kommen. Denn beladen ist der Stapler schwieriger zu steuern als ohne Last. Das Fahrzeug reagiert langsamer und der Schwerpunkt verlagert sich nach vorne. Also: Mit Last sollte die Schrittgeschwindigkeit nicht überschritten werden. Das radarbasierte System ELOspeed unterstützt das Fahrpersonal dabei, indem es die Geschwindigkeit im Lager mithilfe eines Sensors automatisch reduziert und im Außenbereich die Höchstgeschwindigkeit wieder freigibt. Auch ELOshield bietet eine automatische, zonenabhängige Geschwindigkeitsregulierung neben den anderen Funktionen des Assistenzsystems.

Nr. 8: Motor aus beim Tanken

Zum Betanken von Flurförderfahrzeugen gibt es speziell dafür vorgesehene Bereiche. Der Motor sollte beim Tanken ausgestellt sein und auf die Zigarette zwischendurch verzichtet werden. Denn wie an einer gewöhnlichen Tankstelle stellen offene Flammen und Funken ein hohes Brandrisiko dar.

Nr. 9: Risiken bei Anbaugeräten einkalkulieren

Anbaugeräte wie Arbeitsbühnen oder Sicherheitskörbe sind zwar nützlich, wirken sich aber auch auf das Verhalten des Gabelstaplers aus. Zudem sind die verringerte Tragfähigkeit und die veränderten Abmessungen zu beachten.

Nr. 10: Gabelstapler nicht einfach stehen lassen

Nach einem langen Arbeitstag freut sich auch der Staplerfahrer auf seinen wohlverdienten Feierabend. Doch dabei sollte er nicht vergessen, sein Arbeitsgerät in einem dafür ausgewiesenen Bereich abzustellen. Er hat darüber hinaus dafür Sorge zu tragen, dass die Gabel direkt auf dem Boden aufliegt und die Feststellbremse angezogen ist. Bevor er das Betriebsgelände verlässt sollte er kontrollieren, ob der Schlüssel abgezogen ist und am richtigen Ort liegt.

Sie wollen die Sicherheit im Lager erhöhen? Wir beraten Sie gerne. Hier geht es zu unserem Kontaktformular.

Zehn Tipps, um das Unfallrisioko im Lager zu vermeiden.
Assistenzsysteme für Gabelstapler verringern das Unfallrisiko im Lager.