09.11.2018

Sicherheitsstrategie für das Lager Das müssen Unternehmen beachten

Um Arbeitsschutz und Betriebssicherheit im Lager garantieren zu können, benötigen Unternehmen eine passende Strategie. Das bedeutet, dass sie sowohl gesetzlich festgelegte Vorschriften einhalten als auch innerbetrieblich das Bewusstsein für unfallfreies Arbeiten schaffen müssen. Und das auf allen Hierarchiestufen: Vom Management bis zum Lagermitarbeiter muss das gesamte Personal für Arbeitsschutz und Betriebssicherheit sensibilisiert werden. Nur dann kann das Gefahrenpotenzial auf ein Minimum reduziert werden. Zusätzliche Unterstützung erhalten Unternehmen dabei von unseren Sicherheits- und Assistenzsystemen für Flurförderzeuge.

Für intralogistische Prozesse sind Gabelstapler nicht wegzudenken: Sie stellen die Grundlage für den innerbetrieblichen Transport von verschiedenen Gütern dar. Personen, die gleichzeitig im Lager tätig sind, müssen bei ihrer Arbeit besonders achtsam sein – gleiches gilt für dort eingesetzte Staplerfahrer. Denn das Unfallrisiko ist vor allem dann groß, wenn sich die Wege von Mensch und Maschine kreuzen. Umso wichtiger ist es deshalb, dass Unternehmen eine Sicherheitsstrategie parat haben.

Sicherheits im Schmalganglager

Das schreibt das Gesetz vor

Welche Sicherheitsmaßnahmen Unternehmen, die Flurförderzeuge einsetzen, ergreifen müssen, ist gesetzlich in der Unfallverhütungsvorschrift „Flurförderzeuge“ (DGUV Vorschrift 68) verankert. Sie umfasst etwa Richtlinien darüber, wer Gabelstapler bedienen darf, den technischen Zustand der Fahrzeuge, regelmäßige Kontrollen und den Einsatz im Freien. Um das Bewusstsein der Mitarbeiter für eine sichere Arbeitsumgebung zu schärfen, sind Unternehmen außerdem zu regelmäßigen Schulungen verpflichtet.

Für Schmalganglager gelten besondere Vorschriften. Sie sparen zwar Platz und steigern die Produktivität, können aber auch ein erhebliches Risiko darstellen, weil die speziellen Schmalgangstapler aufgrund ihrer Größe und Breite den Schmalgang so weit ausfüllen, dass kein Fußgänger mehr an ihnen vorbeikommt. Wenn der Sicherheitsabstand zwischen Fahrzeug und Regal einen halben Meter unterschreitet, ist es Personen nicht mehr möglich, dem Flurförderzeug in dem Gang auszuweichen. Befindet sich die Kabine außerdem oben, um etwas aus dem Regal zu holen, sieht der Fahrer keine Personen oder Objekte vor dem Fahrzeug.

Um Unfälle zwischen Flurförderzeugen und Personen zu vermeiden, sind in Deutschland, Österreich und der Schweiz Sicherheitssysteme gesetzlich vorgeschrieben, wenn der erforderliche Mindestabstand von einem halben Meter zwischen Regal und Fahrzeug unterschritten wird. Mit unserem Personenschutzsystem ELOprotect erfüllen Unternehmen die Richtlinien gemäß der DIN 15185 Teil 2 Vorschrift zum Betrieb von Schmalgangfahrzeugen in der Intralogistik. Das System ist dabei als Ersatzmaßnahme anerkannt. Das bedeutet, dass es den fehlenden Sicherheitsabstand im Schmalgang ausgleicht. Ist eine solche Maßnahme nicht eingerichtet, darf kein Schmalganglager betrieben werden. Zudem müssen Fluchtwege und Notausgänge zu jeder Zeit erreichbar sein.

Sicherheitskultur im Unternehmen etablieren

Darüber hinaus helfen interne Vorschriften, das Zusammenspiel von Mensch und Maschine sicherer zu gestalten. Festgelegt werden sollten insbesondere die zulässige Höchstgeschwindigkeit für den Gabelstapler, Zonen, in denen das Flurförderzeug nicht eingesetzt werden darf, sowie die Art der Beschilderung, die im Lager auf Sicherheitsbestimmungen hinweist. Greifen gesetzliche und innerbetriebliche Vorschriften ineinander, sinkt das Gefahrenpotenzial.

Gabelstaplerfahrer müssen viel beachten

In der Praxis bedeutet dies, dass der Gabelstaplerfahrer bei seiner täglichen Arbeit eine Vielzahl von Parametern berücksichtigen muss. Vor Arbeitsbeginn prüft er zunächst, ob das Flurförderzeug funktionsfähig ist. Werden Mängel am Gabelstapler oder dem Zubehör identifiziert, sind diese unverzüglich zu melden.

Während des Transports muss der Fahrer seine Umgebung stets im Blick haben, um Personen auf der Fahrbahn oder Hindernisse frühzeitig zu erkennen. Damit das Flurförderzeug nicht umzukippen droht, muss er außerdem Überlastungen vermeiden und die Ladung entsprechend sichern. Für Ersteres muss er die Tragfähigkeit des Gabelstaplers sowie das Gewicht eventueller Anbaugeräte kennen. Selbst minimale Abweichungen können schwerwiegende Folgen haben. So auch instabile Lasten: Wenn der Lastschwerpunkt einer Palette beispielsweise zu weit vom Mast entfernt ist, beeinträchtigt dies die Stabilität des Gabelstaplers.

Der Temposensor ELOspeed

Genauso wichtig ist es, die Geschwindigkeitsvorschriften einzuhalten. Besonders beim Übergang vom Außen- in den Innenbereich müssen Gabelstaplerfahrer die Geschwindigkeit anpassen. Dabei hilft ihnen unser Temposensor ELOspeed. Er erkennt automatisch, ob sich über dem Gabelstapler eine Bedachung befindet und regelt gegebenenfalls die Geschwindigkeit. Auf diese Weise können die Fahrzeuge im Freien mit Höchstgeschwindigkeit arbeiten, werden jedoch verlangsamt, sobald sie im Lager sind.

Versperrt die Ladung auf dem Gabelstapler dem Fahrer die Sicht, muss er das Flurförderzeug rückwärts bewegen. Dabei ist besondere Vorsicht geboten, um Hindernisse im rückwärtigen Bereich frühzeitig zu erkennen.

Sicherheits- und Assistenzsysteme als Unterstützung

In ihrem Arbeitsalltag werden Gabelstaplerfahrer von Sicherheits- und Assistenzsystemen für Flurförderzeuge unterstützt. Denn dort, wo intelligente Sicherheitssysteme im Einsatz sind, lassen sich Gefahrenbereiche optimal überwachen und Menschen frühzeitig warnen. Die integrierten Lösungen geben dafür unterschiedliche Warnsignale – zum Beispiel akustisch, optisch oder taktil. Wir bieten derartige Systeme und sie haben einen entscheidenden Vorteil: In der Regel schaffen sich Unternehmen im Laufe der Zeit Fahrzeuge unterschiedlicher Marken an. Daher haben wir sämtliche Produkte herstellerunabhängig konzipiert, sodass sie auf Gabelstapler jeder Art, jeden Alters und jeder Antriebsart installiert werden können. So können Mischflotten problemlos mit denselben Sicherheits- und Assistenzsystemen ausgestattet werden. Durch ihren Einsatz sinkt dann das Unfallrisiko im Lager noch einmal erheblich.

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